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Die BERLIN OPEN im RBB INFORADIO (15.6.2017)


Berlin Open im Lacrosse - "Knochenbrüche sind die absolute Ausnahme"

Lacrosse ist ein Sport mit Körperkontakt: Dem Gegner auf die Hände oder Arme schlagen? Erlaubt, solange der Ball halbwegs das Ziel ist. Bei den Berlin Open wollen die Teams der Hauptstadt am Wochenende die internationale Konkurrenz ärgern - das könnte ihnen sogar gelingen. Von Friedrich Rößler

"Kleiner Bruder des Krieges" – so nannten die Indianer Nordamerikas das Spiel, mit dem sie sich auf Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen vorbereiteten. Bis zu 100 Krieger der Irokesen oder Cherokee beteiligten sich an solchen Wettkämpfen, dem Kriegsgott geweiht wurden und oftmals tödlich endeten. Das Ziel war dabei, ein Tor zu erzielen, aber auch, den Team- und den Kampfgeist zu stärken.Schnell interessierten sich auch weiße Siedler für das Spiel und so zählt Lacrosse heute neben Eishockey zur Nationalsportart Kanadas. Kein Wunder, schließlich ähneln sich beide Sportarten, wie der deutsche Nationalspieler Lars Nitz von Berlin Lacrosse (BLAX) erklärt: "Man spielt mit Vollkörperkontakt, das heißt, man darf seinen Gegenspieler mit dem eigenen Schläger schlagen, auf seinen Schläger und auch auf seine Hände, auf seine Arme. Ziel muss es sein, an den Ball zu kommen und auch fair zu spielen, aber Körperkontakt ist generell erlaubt."

"An blaue Flecken gewöhnt man sich"

Der 23-jährige Berliner spielt seit fast zehn Jahren Lacrosse für den BLAX, der Berliner Lacrosse-Abteilung vom Sportclub Charlottenburg (SCC). Nitz läuft auch für die Nationalmannschaft auf. Früher hat er jahrelang als Fußballer Tore geschossen, nach dem Tipp einer Freundin wechselte er die Sportart und fühlt sich seitdem sehr wohl als Lacrosse-Spieler.Heute geht es nur noch um Tore und den Teamgeist bei der kanadischen Nationalsportart, schwer verletzt wie zu Zeiten des Wilden Westens verlässt sehr selten ein Spieler den Platz. "An blaue Flecken gewöhnt man sich, Knochenbrüche sind die absolute Ausnahme", versichert Nitz.

Geschwindigkeit und Gelassenheit machen den Sport attraktiv

In vier mal zwanzig Minuten versucht eine zehnköpfige Mannschaft auf einem fußballplatzgroßen Feld mehr Hartgummibälle mit den Schlägern im Netz zu versenken als der Gegner. Dabei passen die Spieler das tennisballgroße Objekt mit ihren Schlägern übers Feld und fangen es mit der sogenannten Pocket. Diese sitzt als kleines Fangnetz am Kopf des Schlägers. Mit einer ruckartigen Bewegung katapultiert der Angreifer den Ball aus der Pocket und versucht ein Tor zu erzielen. Ein Torwart soll das verhindern.Von der Schutzausrüstung abgesehen ähnelt Lacrosse durchaus anderen Ballsportarten, wie Nico Berge bestätigt. "Vom Taktischen her geht es eher schon in Richtung Basketball, Handball", sagt der Vorsitzende vom BLAX. "Man baut das Spiel auf, man guckt vorne nach der guten Situation, ein Tor zu erzielen."Den 32-Jährigen begeistert die Vielseitigkeit seiner Lieblingssportart. Als ehemaliger Eishockeyspieler schätzt Berge das Körperliche, das Dynamische, die Geschwindigkeit, aber auch die Gelassenheit beim Lacrosse. Es sei eben doch ein Amateursport: Es gehe darum, Spaß zu haben, auf Partys zu gehen oder nach dem Spiel zusammen ein Bier trinken. All das mache Lacrosse so attraktiv für sportbegeisterte junge Menschen, erzählt Berge.

Rüpelhaftes Ballerobern ist beim Damen-Lacrosse verboten

Die Herren laufen unter anderem mit Helm, Handschuhen, Ellenbogenschützern, Schulterprotektoren und Mundschutz auf, die Frauen tragen maximal einen Sichtschutz, denn bei den Damen ist rüpelhaftes Ballerobern verboten. Frauen-Lacrosse ähnelt auf den ersten Blick einer Art Luft-Hockey, orientiert sich taktisch aber eher am Hand- oder Basketball.Die TopTeams kommen aus Kanada, den USA und Japan. In Europa zählt Deutschland zur Spitze, muss sich aber hinter England und Israel einordnen. Die spielstärkste Herren-Liga sucht natürlich in Kanada beim Ross Cup ihren Sieger, in Deutschland existieren mittlerweile drei Herrenligen, vier Damenligen und zwei Juniorenligen, die unter dem Dachverband Deutscher Lacrosse Verband organisiert sind. Lacrosse besitzt im Land der Dichter und Denker als exotisch anmutender Sport also schon eine gewisse Tradition, gerade junge Studenten spielen gern und häufig Lacrosse.

Die deutsche Nationalmannschaft hat gute Chancen

Studenten haben die Sportart aus den USA und Kanada mitgebracht und in Berlin und München die ersten Keimzellen in Deutschland gepflanzt. Mittlerweile existieren in fast allen deutschen Großstädten Lacrosse-Vereine. 1993 zählt der BLAX zu den ersten Vereinen, sichert sich in den Folgejahren mehrmals die Deutsche Meisterschaft bei den Damen und den Herren und kämpft jedes Jahr um den Titel.  

Wie rasant es beim Lacrosse zur Sache geht, können Interessierte von Freitag an im Stadion Lichterfelde überprüfen. Zum 23. Mal lädt der BLAX die internationale Lacrosse-Szene zu den Berlin Open ein. Viele Nationalteams nutzen das Event als Vorbereitungsturnier für internationale Wettkämpfe – dadurch treffen zweitklassige Spieler häufig auf Weltklassespieler.

Für die Zuschauer gibt es hochklassigen Sport zu bestaunen, schließlich will das Berliner Team die Konkurrenz ein wenig ärgern. Die deutsche Nationalmannschaft der Herren hat da schon bessere Chancen, die Amerikaner, Litauer oder Tschechen zu schlagen und die Berlin Open zu gewinnen. "Ja, das ist schon deren Anspruch!", tönt Nico Berge.

Passend zum kleinen Bruder des Krieges wartet sozusagen die kleine Schwester der Freude – denn neben den Spielen steht auch der Spaß bei den Berlin Open im Vordergrund: Am Samstag heißt es für Spieler und Zuschauer Feiern im Festsaal Kreuzberg.


Der BLAX im RBB INFORADIO bei der Sendung Abseits (11.9.2016)


Der BLAX in der BERLINER MORGENPOST (11.8.2016)

Den gesamten Artikel zum Download.

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Der BLAX im RBB UM 4 (11.7.2016)

 


Der BLAX und die BERLIN OPEN 2016 im RBB (18.6.2016)


Der BLAX im Deutschlandradio Kultur (20.9.2015 von Elmar Krämer)


Der BLAX und Lacrosse beiden Olympischen Spielen in der BZ (6.8.2016)

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